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Donnerstag, 27. März 2014

Ich schau dir in die Augen, Gans!


 Gestern morgen saßen Sabine und ich lauschig in der Werkstatt und werkelten friedlich vor uns hin - Sabine am Spinnrad mit ihren Farbverlaufsexperimenten und ich am Webstuhl. Und da fiel mir ein, dass ich euch noch gar nicht gezeigt habe, was auf diesem in den vergangenen Wochen entstanden ist.

Ausgewählt hatte ich einen Gänseaugenköper, der auf vier Schäften gewebt wird. Die Kette besteht aus Tussah-/Bouretteseide, die sich zwar nicht färben ließ, aber ganz hervorragend verweben. Aus 7,5 Metern Kette sollten drei Schals mit 25 Zentimetern Breite entstehen, so der Plan.

 
Als ersten Schuss habe ich ein selbstgesponnenes Singlegarn aus BFL und Kidmohair ausgewählt und dafür auch die Webdichte ausgewählt. Die Rauten wurden zu Quadraten und der Farbverlauf recht kurz. Außerdem habe ich bei diesem Schal gelernt, dass es umso schwerer ist, einen vernünftigen Rand hinzubekommen, je dicker der Single ist - und die Mohairfasern "bouncen" ja auch ganz gerne, bringen also eine gewisse Grundspannung mit sich, weswegen sie sich ja auch so gut für Bouclé-Artyarn eignen.


Als nächstes habe ich dann das Alpaka-Garn getestet, dass es neuerdings dank Ute in unserem Shop gibt. Das schmeichelte schon beim Weben und ließ sich auch wesentlich besser an den Fangfaden bringen, mit dem ich dieses Mal gearbeitet habe (ich werde dabei bleiben, der Rand wird einfach viel schöner). Bei dem Schal habe ich auch mit verschiedenen Trittfolgen experimentiert:



 Insgesamt habe ich von dem BFL/Kidmohair fast 200 Gramm gebraucht und von dem Alpaka-Garn etwa 150 Gramm in vier verschiedenen Farben. Ich staune immer wieder, wie garnsparend Weben im Vergleich zum Stricken ist!

Da mich derzeit eine fiese Erkältung plagt, gibt es diese Woche keine neuen Kammzüge mehr. Dafür nehmen wir an dem "Frühlings-Spezial" von Dawanda teil. Wer also schon länger auf ein Wollgewerk von uns geschielt hat, bekommt es bis zum 6. April mit zwölf Prozent Rabatt.

Liebe Grüße, Géraldine

Samstag, 8. März 2014

Leckerchen


Schon beim Färben hatte ich große Lust, diesen Kammzug aus Blue faced Leicester und Sojaseide anzuspinnen. Die Mischung schmeichelte meinen Händen, ließ sich ganz wunderbar gleichmäßig ausziehen und lief an zwei Abenden wie von selbst ins Rädchen. Erst hatte ich den Jumbo Flyer meines Lendrums ausgewählt, aber die Faser wollte anders und so wechselte ich auf den normalen Flyer. Ich wollte mal ein dünneres Single-Garn spinnen und das ist mir glaube ich ganz gut gelungen.



Hier ist meine Frühlingsfreude im gewaschenen Zustand. BFL, Tencel und Milchseide sind auf 152 Metern pro 100 Gramm ein feines Fädchen geworden, an dem ich viel Freude habe. Überhaupt ist meine Spinnlust neu erwacht und entfacht und ich überlege schon, welchen Kammzug ich als nächstes in Angriff nehme - vielleicht nochmal Sojaseide in BFL mit folgender Färbung, oder doch in Seacell oder Bambus? (Die Geschwister dieser Serie landen nach dem Spinntreffen am Mittwoch im Shop.)


Außerdem ist etwas gaaaanz Tolles per Paket bei mir gelandet, dass in den nächsten Wochen gewaschen und verbuntet werden will ;D. Und ich habe mir ein neues Raaaaad bestellt!!! Tom Walther hat mich auf seine unsagbar lange Liste geschrieben und so werde ich vielleicht im Sommer nächtes Jahr eine Ella mein Eigen nennen, hurra. Nachdem ich sie bei meiner Spinnfreundin Conni testen durfte, war klar, die will ich haben. Ich bin ja vom Lendrum sehr verwöhnt, doch sowas Leichtläufiges hab ich noch nicht erlebt. Zuerst hatte ich mich aber in die Optik des Rädchen verliebt, und in den Gedanken, ein Rad aus Deutschland zu besitzen, bei dem ich den Erbauer einfach anrufen kann. Ich freu mich!!

Samstag, 22. Februar 2014

Frühjahrsfreuden:

Im Garten schwadronieren, den Kindern auf dem Klettergerüst zuschauen, durchschnaufen nach vielen Überstunden, das Werkstattklo streichen, Bienenwaben schmelzen, die ersten Eier unserer Fetthenne einsammeln.... und dieses Garn, das mich schon erfreut hat, als es noch gar keines war, sondern ein Kammzug.


Der hatte mich so still angefunkelt, dass er in meinem Spinnkorb gelandet statt im Shop wie seine Geschwisterchen ;D. Die Mischung aus BFL, Milchseide und Tencel glitt nur so durch die  Finger und schon war eine große Spule auf dem Jumbo-Flyer meines Lendrums voll.


 Die Lauflänge ist wahrscheinlich wieder eine meiner Standard-Lauflängen, meistens kommen so 120 - 130m/100g raus. Es ist weich und glatt, kühl und warm irgendwie und - yuhuu - kein einziges Mal gerissen, obwohl es ausgesprochen wenig Drall hat.


 Liebe Grüße und euch auch schöne, gefüllte Frühjahrstage!




Freitag, 15. November 2013

Foto-Lovestory



"Ui, das wird aber ein Rasta" musste ich mir von rechts anhören, als ich dieses Garn gesponnen habe. Soll heißen: Sabine fand, dass ich zuviel Drall auf mein Träumchen aus BFL und Seacell gebe. Von der Meisterin der Single-Garne wollte ich natürlich nicht getadelt werden, also atmete ich ein, atmete aus, ließ die Faser laufen, entspannte - und hatte nachher einen wirklich, wirklich, wirklich weichen Single auf der Spule.


Allerdings hat auch Tiefenentspannung so ihreTücken und so filzte ich schließlich mehr Enden zusammen, als das ich zusammenhängende Fäden haspelte - das erste Garn rieß bestimmt fünf Mal ;D beim Haspeln und dann noch mal gefühlt ungezählte Male beim Aufwickeln. Ich habe allerdings auch den Eindruck, dass meine Art, neue Fasern anzuspinnen bei dem flutschigen Seacell nicht taugt. Bei der zweiten und dritten Spule hatte ich dann wieder mehr Drall. Es sind insgesamt 250 Gramm geworden, zum Lauflänge ausmessen war ich zu faul. So sah der Kammzug aus:


Und so das fertige Garn in Nahaufnahme:


Ich bin froh, dass ich mir diesen Seacell-Kammzug gebunkert habe, denn ich wusste sofort, was er einmal werden will, wenn er groß ist: ein Sonnentau. Diese kleinen Tentakel, das will ich auch mal machen. Ich hab ja sonst keine Strickvorhaben ;D...





Ansonsten sind Sohnemanns Flugzeug-Socken fertig geworden, und er hat sie noch vor dem ersten Waschen begeistert getragen. Die Kleine will nun auch gestrickte Socken, kann sich aber noch nicht entscheiden, welche Farben diese haben sollen - immer diese emanzipierten Kinder ;D

In der Zwischenzeit habe ich ein passendes Strickprojekt für meine seit Monaten andauernde Leidenschaft fürs Lesen eines gewissen Fantasy-Abenteuers gefunden: Seit dem Sommer bin ich dem "Song of Ice and Fire" völlig verfallen, manchen vielleicht besser bekannt durch die Serie "Game of Thrones". Da nicht nur ich so durcheinander bin, habe ich auf Ravelry tatsächlich eine Designerin gefunden, die passende Socken zu den verschiedenen Charakteren entworfen hat. Ich habe mir die Socken zu Danaerys Targaryen ausgesucht, der Sturmgeborenen, der Unverbrannten und Mutter der Drachen. Das Garn ist eine Rotholzfärbung auf Opal-Sockenwolle aus dem letzten Jahr.

Ja und dann... konnte ich dem Aufforderungscharakter von Sabines "Take five" nicht wiederstehen und habe direkt zehn genommen von diesen wunderschönen, liebevoll gehaspelten Strängchen pflanzengefärbter Wolle. Frau will türkisch stricken... Fortsetzung folgt.