Dienstag, 4. Februar 2014

Winterfärbungen

braune Zwiebelschalen auf Sockenwolle

Im Winter bietet es sich an, mit getrockneten Färbedrogen (für Färbelaien: Droge meint in diesem Fall Pflanzenteile, die zum Färben genutzt werden können) zu färben. Ich sammele die Schale jeder Zwiebel, die ich in der Küche verarbeite und nun reichte die Menge mal wieder für die Färbung von 2 Wollsträngen. Bei den roten Zwiebelschalen habe ich bereits im letzten Jahr ein größeres Schalengeschenk einer netten Bloggerin, die in der Landwirtschaft tätig ist, erhalten.
Dann hatte meine Mitoma Petra für mich Blutpflaumenblätter gesammelt, die ich ebenfalls vor kurzem zum Färben nutzte. Heraus kamen sehr schöne Grün- und Rosttöne, die in  unserem Gemeinschaftsshop und bei lavendelblau zu finden sind.

Die Färbung mit braunen Zwiebelschalen auf Sockenwolle ähnelt den Dahlienfärbungen. Nebeneinandergelegt in natura fällt jedoch auf, dass die Zwiebelfärbungen einen deutlichen Rostton haben, das Dahlienorange ist fruchtiger, klarer. 

Und wer mal richtig "Boah!!!" ausrufen möchte, der sieht sich mal an, was ich hier mit freundlicher Genehmigung unserer Mitspinnerin Petra zeigen darf- ein Drachenfeuer der Exraklasse.
Petra hat sich dieses Tuch aus "Indian Summer II", einem meiner pflanzengefärbten Garnsets, gestrickt. Irre schön, oder? Wer draufklickt, kann sich das Foto größer ansehen.

Blutpflaumenblätter und rote Zwiebelschalen auf Sockenwolle

braune Zwiebelschalen auf Sockenwolle

Blutpflaumenblätter und rote Zwiebelschalen auf Sockenwolle

Blutpflaumenblätter auf Merinolacegarn




Petras "Drachenfeuer" in ganzer Pracht

Mittwoch, 29. Januar 2014

Jetzt fluppt es...


 Unsere Geschirrtücher sind nun (endlich) abgewebt, Zeit für ein neues Webprojekt. Da meine sorgfältig geschärte Kette beim Färben mit Säurefarben unwiderbringlich über den Jordan gegangen ist, habe ich das Ganze dann nochmal gemacht und 7,5 Meter Bouretteseide geschärt. Gewebt werden sollen daraus drei Schals mit handgesponnenem Schuss.




 Mit dem gigantischen Schärbaum ging das Schären richtig flüssig von der Hand und auch das Bäumen ging dank "Bestem Freund", einer congenialen Erfindung von Andreas Moeller, völlig stressfrei über die Bühne. Der Beste Freund ist eine Bäumhilfe, durch die die Kette gefädelt wird und die durch Reibung eine ausreichende Fadenspannung erzeugt. Ist die Kette fast komplett durchgerutscht, hilft eine am Ende angebrachte Kordel, auch für den Rest die Spannung zu halten - in meinem Fall war dann nur eine Border Collie-Hundeleine zur Hand, und danke lieber Luke, deine Leine hat hervorragende Dienste geleistet ;D.



Die Tritte haben Ute und ich dann wieder gemeinsam angebunden. Das Muster ist ein "Gänseauge" auf vier Schäften, hier die Webpatrone:


Hier und da reißt mal ein Kettfaden, aber da er aus zwei Fäden besteht, "schlichte" ich ihn einfach mit wasserlöslichem Leim an den anderen an. Die Ränder sind noch nicht so ganz sauber, das finde ich relativ schwierig mit handgesponnenem Garn, das mal dicker, mal dünner ist. Ein Meter ist schon gewebt, nächste Woche geht es weiter.

Sonntag, 26. Januar 2014

Leckere Wolle-Seidenmischung

vorm Waschen

Bei unserem letzten Spinntreffen am Dienstag in der Wollwerkstatt stellte sich mal wieder die Frage, was spinnen. Wenn man vor lauter Bäumen, in diesem speziellen Fall Kammzügen, den Wald nicht mehr sieht, hilft nur die intuitive Entscheidung ;-)
Ich griff nach einem von Géraldine gefärbten Kammzug aus südafrikanischer Merino und Tussahseide - Traumfasermischung. Babytauglich, bzw. Enkeltauglich sollte das Material sein. Plan war, einen drallarmen Navajo- bzw. besser Chainply zu spinnen. Drallarm, weil ich das schön finde und üben wollte. Klappte auch soweit ganz gut . . . wenn ich das genüßliche Zwirnen nicht auf nächtliche Stunden bei gleichzeitigem TV-Konsum verlegt hätte. So brachte mich Antonio Banderas mit seiner "Julia" Angelina wohl öfter aus dem Konzept und ich vergaß das Treten ;-).

nach dem Waschen
 Nach dem Waschen sieht der Strang nicht mehr ganz so schluffig aus, sondern hat etwas mehr "Spannkraft" und weniger Lauflänge als vorher. Die Lauflänge liegt nur bei 130m auf 100g. So dick sieht das Garn aber nicht aus. Ich denke, es ist das Gewicht der Seide, das für die geringe Lauflänge verantwortlich ist.
Mal schauen, wie ich die andere Hälfte des Kammzugs verspinne . . .

122 g Merino-Seide

Freitag, 10. Januar 2014

Endlich wieder gefärbt


 Nach anderthalb Monaten Färbepause, nach Weihnachten, Neujahr, vielen Diensten und einem turbulenten Kindergeburtstag melde ich mich mal wieder mit Kammzügen zurück. Jetzt hat es auch gereicht mit der Abstinenz - denn Färben macht mich definitiv glücklich. Mit dabei sind BFL/Tussahseide, diesmal in einer sehr dünnen, space-ähnlichen Version, die mir persönlich sehr gut gefällt. Baby-Alpaka gesellt sich zu Seide und pures BFL ist auch vertreten. Alles zusammen ist gerade gesammelt in unseren nun wieder gefüllteren Shop gewandert.




Hier kann man mal sehen, wie unterschiedlich die gleiche Farbe auf verschiedenen Materialien wirken kann - das oben  ist ein BFL-Kammzug, darunter eine Alpaka-Seide-Mischung. Ich mag sie beide sehr.

Heute war dann nochmal Weihnachten. Ich durfte ein riesiges Paket voller Wolle entgegennehmen, genau genommen waren es ganze drei und der arme Postmann tat mir schon fast ein bisschen leid. Demnächst gibt es dann auch wieder Färbungen mit Seacell, Tencel und meiner heißgeliebten Milchseide.






Ich wünsche euch allen ein wundervolles, kreatives, farbenfrohes und wolliges Jahr 2014!

Samstag, 4. Januar 2014

Frohes neues Jahr!

Wir haben das neue Jahr mit einem "Neujahrsspinnen" in der Werkstatt begonnen! Das ist doch mal eine würdige Art, das Jahr zu begrüßen, oder?
Euch allen wünsche ich viele schöne Stunden am Spinnrad und bei allem, was man noch so mit Wolle veranstalten kann!
Meine ersten Wollereien in diesem Jahr sind diese beiden Stränge Neuseelandwolle, gefärbt von der lieben Géraldine und versponnen von mir, und rosige Batts mit einem Hauch Maulbeerseide, die zu einem Corespun verarbeitet werden wollen.


Die erste Spule Neuseelandwolle füllte sich beim Neujahrsspinnen, die zweite gestern. Unsere liebe Mitspinnerin Petra hatte beim Neujahrsspinnen ein sehr schönes, von ihr gesponnenes und mit Kidsilk haze verwirntes Garn dabei. 
Das war soo schön, dass ich eigentlich vorhatte, meine Single auch mit Kidsilk zu verzwirnen, wozu mich Petra und Géraldine auch ausdrücklich ermutigten. Allerdings hätte ich die fertigen Single noch einmal durchs Rad laufen lassen müssen, um sie mit mehr Drall zu versehen (denn ich hatte ja mit der Intention Singlegarn zu spinnen wenig Drall reingegeben). Das hätte ich aber getan, großes Ehrenwort. 
Leider fand ich mein farblich passendes Knäuel Kidsilk nicht (taucht garantiert wieder auf, wenn ich es ganz vergessen habe) und so blieben die Single Single.

Ich wünsche uns allen überwiegend rosige Zeiten!

Freitag, 27. Dezember 2013

Schärbaum in Seide


Ein verlockendes Angebot wartete vor ein paar Wochen bei der Hamburger Wollfabrik auf mich: Einfädige Tussah-/Bouretteseide auf der Kone. Das Material schien mir auf jeden Fall geeignet zum Weben - also habe ich direkt zwei Kilo bestellt, auf einen zweifädigen Faden umgespult. So ist das mit dem Wollwahnsinn - hat er einmal Besitz von einem ergriffen, lässt er sich nicht mehr aufhalten.


Meine Idee war, das Material als Kette für Schals zu nehmen und es selbst einzufärben. Der Schuss soll aus handgesponnnenem Garn sein, die erste Spule (BFL/Kid Mohair) habe ich heute abend gesponnen.

Als erstes musste ich nun erst einmal die Kette schären - es sind fünf Meter und 152 Fäden geworden. Ich möchte ein 60/10er-Blatt nehmen, das ergibt dann eine Schalbreite von 25 Zentimeter. Da ich dringend das Aufbäumen und vor allem Tritte anbinden üben will, wollte ich nicht schon wieder eine Riesenkette aufziehen. Vor allem möchte ich verschiedenen Köpervariationen ausprobieren. Das Schären klappte ganz gut, ich hoffe, die Fadenspannung ist einigermaßen vernünftig geworden und ich habe nicht zuviel gemurkst beim Kreuzen der Fäden. Die Kette ist auf jeden Fall gut gesichert und wartet nun im Wasserbad aufs morgige Färben mit violett-/lilafarbener Säurefarbe.


Hier sieht man gut die raue Struktur der Bouretteseide, die mir hoffentlich nicht einen Strich durch die Rechnung machen wird. Ich hoffe, sie hält die Belastung als Kettfaden aus. Hier nochmal ein Gesamtbild der Kette:


Euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2014!

Nachtrag: Die Seide ist beim Färben und Waschen total hart geworden :(. Man könnte Fleisch damit klopfen... Ich habe wohl gelesen, das die beim Gebrauch wieder weich wird, aber wie wir diesen Klumpen aufziehen sollen, ist mir schleierhaft.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Haspelprobe bestanden . . .


Der Wollwahnsinn hat viele Gesichter ;-)
Während Géraldine sich den türkischen Socken hingibt und Ute am Samstag Berge von Spaelsauvliesen kardierte, habe ich den Ehrgeiz entwickelt, am Stück 230g edel glänzendes Mischgarn auf die Haspel zu bringen. Zunächst mal musste das Garn natürlich auf die Spule. Da kam mir der mit Géraldine gegen "Take 13" getauschte Kammzug, ein Gemisch aus Bluefaced Leicester Wolle, Tencel und Milchseide grade recht. Samstag ging es los und gestern abend spann ich die letzten Meter. Geplant war wieder ein "Norofake"-Garn, ähnlich der Kureyon Sockenwolle. Nur die mürben, weil zu schwach verzwirnten Stellen des Originals, die wollte ich nicht haben.
Die Haspelprobe war spannend. Aaaber, ich habe bestanden. Das Singlegarn riss an keiner Stelle und ist trotzdem angenehm entspannt.
Alle Bilder zeigen das Garn frisch von der Haspel und es ist wirklich ein sehr sanftes Löckchen, das sich da kringelt.
Das Material ist nicht unbedingt etwas für Spinnanfänger, da das Auszugsverhalten der einzelnen Fasern unterschiedlich ist, aber fortgeschrittene Spinnerinnen werden ihre Freude daran haben.
Vor allem hat es einen ganz tollen Glanz!



 Lauflänge vorm Waschen: 255m/100g, insgesamt 583,75m auf 229g


Mittwoch, 11. Dezember 2013

Take 13 - oder wie der Wollwahnsinn seinen Lauf nimmt



Sabines Pflanzenfarben machen mir immer wieder große Freude - auch, oder vielleicht gerade weil sie  meinem Beuteschema aus kühlen Winterfarben so sehr entgegengesetzt sind. Nun durfte ich mir im Tausch mit einem Kammzug 13 wundervolle Stränglein aus der "Take 5"-Reihe aussuchen. Was sie werden wollten, war ganz klar: türkische Socken, und zwar dieses Modell. Seit zwei Jahren schleiche ich um die Titelbild-Socken aus "Socken aus aller Welt" von Stephanie van der Linden herum und nun habe ich endlich angefangen. Da ich jeden Tag immer nur eine Handvoll Reihen stricke, machen mir auch meine Sehnenscheiden keine großen Probleme.


 Erst hatte ich Bedenken, dass die angeschlagenen 78 Maschen für meine schmalen Knöchel viel zu weit werden würden, was sich aber nicht bestätigt hat. In der Tat schmiegt sich die halbe Socke, die bis jetzt gediehen ist, schön an. Als Musterfarbe dient ungefärbte Zitron-Sockenwolle, die Farben (Walnussschalen, rote Zwiebelschalen, Dahlienblätter, Dahlien, Rainfarn) wechseln alle zwei Reihen, was eine ungeahnte Menge an zu vernähenden Fäden zur Folge hat. Dafür finde ich den Farbverlauf wirklich schön und natürlich.


Ich bin gespannt, wie es vorangeht, denn als Ferse wollte ich eine Herzchenferse stricken statt der eingestrickten, traditionellen Ferse. Ich habe mir einigermaßen ausgedacht, wie es funktionieren könnte, mal schauen wie es aufgeht.

Für alle, die sich auch an wunderbaren Einstrickmustern auf Socken nicht sattsehen können: Im Zuge meiner Fair-Isle-Recherchen habe ich Dennis aus Berlin im Netz gefunden und bin völlig fasziniert von den wunderbaren Socken, die er strickt:In seinem Blog Hasret Nakislari hat er sich auch die Mühe gemacht, verschiedene Fersenarten detailliert zu beschreiben.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Sonntagsfarben - Shop aktualisiert


 Hallo ihr Lieben,

ich wollte nur kurz vermelden - ich habe wieder gefärbt und die schönsten Exemplare sind in unserem Shop gelandet. Mit dabei sind Färbungen auf Alpaka/Seide, BFL/Kid Mohair, Corridale/Milchseide (ich liebe diese Mischung!) und BFL/Tussahseide.



 In Kürze wird es auch wieder wundervolle Pflanzenfarben auf Wolle von Sabine geben und einige kuschelige, besonders schöne Felle von Utes Schafen. Mit dem herbstlichen Leuchten unserer noch ganz jungen Buchenhecke sage ich: Einen schönen ersten Advent euch und bis bald!



Freitag, 29. November 2013

Bunte Socken und Strickpause



 Fertig geworden sind die Sohnemann-Socken Nummer 1 in Größe 29, die mit Stolz getragen werden. Dann hatte ich sofort die nächsten angeschlagen, diese Game of Thrones-Socken, die mir ganz spontan in der Bildersuche bei Ravelry aufgefallen waren. Gefärbt hatte ich sie mit dem inzwischen nicht mehr erhältlichen Rotholz.


 Es hat großen Spaß gemacht, sie zu stricken, in jeder 5. Reihe wird ein "Star stitch" gestrickt. Sie tragen sich wunderbar und ich habe zum ersten Mal eine anatomische Spitze gestrickt (nach Gutdünken), damit mir nicht immer die Abnahmemaschen der Bündchenspitze durchscheuern. Anscheinend habe ich ausgesprochen dicke Onkel ;D.


Jetzt ist erstmal eine Strickpause angesagt, denn mit den Socken habe ich mir eine schöne Sehnenscheidenreizung eingehandelt, was super ärgerlich ist, denn ich bin gerade richtig im Schwung und von meiner Kinder-Lintilla, an der ich seit Ewigkeiten stricke, fehlt nur noch ein kleines Stück Spitze. Stattdessen werde ich in den nächsten Tagen wieder färben und auch den Shop auffüllen.